ARTpark in Horb a.N.


Kunst und Kultur für Jeden.

Eintritt frei, international und barrierefrei.

Der ARTpark Horb

die Künstlerinnen und Künstler stellen sich vor:



ARTpark - Horb - Licht und Schatten - Kurzfilme


Klaus Erich Dietl und Stephanie Müller laden regelmäßig zum Lichtspiel im ARTpark Horb ein. Das Künstlerduo, das seit Frühjahr 2017 im Künstlerhaus zu Gast ist, zeigt eine feine Auswahl an Kurzfilmen und Musikvideos (circa 90 Minuten). Gedreht haben die beiden unter anderem in ihrer bayerischen Heimat, in Horb und Börstingen, in Austin (Texas, USA), in Birmingham (UK), in Lviv (Ukraine) und in Sapporo (Japan). Bei Dietl und Müller treffen assoziative Bildfolgen auf Soundkunst und Musik. Sie spüren Orte und Schauplätze auf, reichern sie mit ihrem ganz speziellen Kostüm- und Szenenbild an und lassen so mit Biß und Humor neue Bildwelten entstehen. Eindeutiges gibt es nicht, es bleibt Spielraum für das eigene Kopfkino.


JABOROSA (2017) wurde in Zusammenarbeit mit Elisabeth Anna Maria Kaiser umgesetzt. Der ehemalige Kasernensportplatz auf der Erlacher Höhe wird wie ein ferner Planet inszeniert. Kaiser macht sich auf die Suche nach einer neuer Sprache. Kommuniziert wird mit nichtmenschlichen Lebewesen.


BODY OF OZ (2016) ist ein Verweis auf den happiest film ever made - The Wizard of Oz.  Rollenzuschreibungen werden auf den Kopf gestellt. Der Textkörper öffnet sich. Das Nähmaschinengewehr nimmt die Wunde ins Visier und Judy Garland legt die Rolle der Lolita im Zauberland ab. We are not in Kansas anymore...


In YOU COULD BE A MODEL, GOODBYE (2014) treffen zwei junge Rebell*innen zufällig aufeinander. Gemeinsam schieden sie Pläne, um den allgegenwärtigen Kontrollabsichten zu entfliehen. Das Video wurde in direkter Nähe der Radarkuppeln der ehemaligen Echelon Field Station 81 aufgezeichnet. Diese US-Spionagestation liegt am Rande der oberbayerischen Kleinstadt Bad Aibling. Stephanie Müller hat dort etliche Jahre die Schulbank gedrückt. In den 1990er Jahren, als sie die Schule besuchte, interessierte sich kaum jemand für die Abhörmanöver in unmittelbarer Nachbarschaft. Erst mit dem Aufdecken der NSA Skandale ist die Skepsis gegenüber staatlichen Kontrollabsichten gewachsen.


Für YOU COULD BE A MODEL, GOODBYE haben Müller und Dietl einen absurden Abhörapparat angefertigt. Eine 8-teilige Telefonkrake aus ausrangierten Textilien in roter Signalfarbe. Ins Zentrum gerückt, scheint diese Apparatur in irgendeiner Weise wichtig und geheimnisvoll zu sein. Was bleibt, ist ein Abhörapparat, der gar nicht funktionieren kann. Und am Ende eine Protagonistin, die sogar das private Refugio wie selbstverständlich in einem Auslagefenster einrichtet - rund um die Uhr einsehbar – mitten in München, Bayerns Polizeihaupstadt, in der sich Amtsschimmel und Schreibtischhengst im Büropalast-Leerstand „Gute Nacht!“ sagen.


GLOBAL PLAYERS (2015) spielt in der Ukraine. Der Kurzfilm setzt sich mit dem Prinzip des „Potemkinschen Dorfes“ auseinander. Ein Blendwerk wird errichtet, um den tatsächlichen Zustand zu verbergen. Eine strahlende Fassade wird vorgetäuscht, um einen glanzvollen Eindruck zu machen. Drei allegorische Figuren bewegen sich im Grenzland zwischen Ost und West. Ihre Spielzüge wirken rhythmisch und zugleich gefangen. Konzipiert wurde GLOBAL PLAYERS im Austausch mit der Medienkünstlerin Birthe Blauth im Zuge eines gemeinsamen Stipendiums in der Ukraine. Dort, wo der russische Feldmarschall Reichsfürst Grigori Alexandrowitsch Potjomkin 1787 der Zarin Katharina II. seine Fake-Dörfer vorgeführt haben soll: bemalte Kulissen, die das wahre Gesicht der Gegend verbergen sollten.


Weitere Videos und Kurzfilme flimmern am 22. Februar im ARTpark Horb über die Leinwand.



KLAUS ERICH DIETL

Stipendiat im Antonie-Leins-Künstlerhaus, Horb. Klaus Erich Dietl hat an der Akademie der Bildenden Künste München Malerei und Kunsttheorie studiert.

Durch das Samplen von Text- und Bildbotschaften und deren Neukombination mit anderem disparatem Material, versucht er eine audiovisuelle Sprache des Intervalls freier

Assoziationen zu schaffen. Seit 2012 setzt sich Dietl zunehmend mit dem Bewegtbild auseinander. Es entstehen Musikvideos, Videoinstallationen und Kurzfilme. Sein erster Spielfilm wurde im Juli 2017 im Münchner Lenbachhaus uraufgeführt. Dietls Videoarbeiten waren bereits mehrfach bei den Internationalen Kurzfilmtagen in Oberhausen nominiert.


STEPHANIE MÜLLER

Stipendiatin im Antonie-Leins-Künstlerhaus, Horb. Bei Stephanie Müller treffen Bildende Kunst, Performance, Experimentalmusik und Sozialwissenschaften aufeinander.

In künstlerischen Projekten, Fachaufsätzen und Lehraufträgen setzt sie sich mit kommunikativen Prozessen und dem Aufbrechen von Normen und Barrieren auseinander. Mit ihren textilen Plastiken, Soundobjekten und Musikprojekten war Stephanie Müller zuletzt in Sapporo (Japan), Austin (USA), Jakarta (Indonesien) und Birmingham (UK), Antwerpen (Belgien) und Istanbul (Türkei) zu Gast. Ihre Werkserien versteht sie als bespielbare Angriffsflächen.


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ARTpark-Horb - Gemeinnützige Unternehmensgesellschaft Haftungsbeschränkt Kurator & Geschäftsführer: Michael Widmann